Neubritzer Nachrichten

Sa

19

Sep

2020

Stolpersteine in Neubritz

Im Rahmen der Berliner Freiwilligentage beteiligte sich proNeubritz e.V.am 16.09.2020 an der Stolperstein-Putzaktion in Neukölln. Dabei wurde auch an die Schicksale der Opfer erinnert.

 

 

 

In der Hermannstrasse wurde an die jüdischen Kaufleute Karl und Dorothea Althof erinnert, deren Scheiben eingeschlagen wurden, und ihrem Sohn Arno Aron, der der GESTAPO in die Arme lief. Und an Samson Baruch Wurzel mit seiner Tochter Anna, deren Tabakladen in der Bürgerstrasse geplündert wurde. Und an Benno und Hedwig Wittenberg mit ihren Söhnen Erwin und Siegfried in der Grenzallee, deren Betrieb “arisiert” wurde. An Richard und Margot Schäfer mit Sohn Kurt Max sowie Leo Cohn in der Julius Straße. An die jüdischen Schwestern Else und Johanna Grand in der Rungiusstrasse, die in den Freitod gingen, um der Deportation zu entgehen. An das “Euthanasie” -Opfer Klara Jacob aus der Silbersteinstrasse, wobei bei den behinderten Menschen erste Massenvernichtungen geübt wurden. An den Kommunisten und Widerstandskämpfer Karl Tybussek in der Jahnstrasse, an den Sozialdemokraten und Verleger Paul Fürst in der Bruno-Bauer-Straße sowie dem Vorsitzenden des Brüderkreises der Philip-Melanchthon-Kirche und Mitbegründer der Bekennenden Kirche Carl Pohl in der Silbersteinstrasse.

 

 

Neubritz wird QM -Gebiet

 

Unter Beteiligung der Bezirke wurden seit 2018 Gebiete mit besonderen städtebaulichen und sozialräumlichen Handlungsbedarfen identifiziert und auf ihre Eignung für ein Quartiersmanagement untersucht.

Der Senat von Berlin hat in seiner Sitzung am 14. Januar 2020 auf Vorlage der Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher, die Aufnahme des Quartiers Glasower Straße mit Silbersteinstraße und Buschkrugallee Nord in die Förderkulisse des Programms Sozialer Zusammenhalt (bis 2019 Soziale Stadt) beschlossen. Der Start des neuen Quartiersverfahrens ist für das 1. Quartal 2021 vorgesehen.